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26. Juni 2026Anleitung

JTL-Wawi-Belege individualisieren: der komplette Schritt-für-Schritt-Guide

Du willst deine Geschäftsdokumente in JTL-Wawi an dein Corporate Design anpassen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Dieser Guide führt dich strukturiert durch den gesamten Prozess — von der Vorbereitung bis zum sicheren Ausrollen. Er richtet sich an Anwender, die selbst Hand anlegen wollen, und macht zugleich transparent, an welchen Stellen eine fertige Vorlage Stunden spart.

Vorbereitung: Diese vier Dinge solltest du vorher klären

Bevor du den Designer überhaupt öffnest, lohnt sich ein kurzer Check:

  1. Welche Belegarten? Rechnung, Auftragsbestätigung und Lieferschein sind drei getrennte Vorlagen. Plane, ob du alle drei einheitlich gestalten willst (empfohlen) oder nur eine.
  2. Welcher Mandant? Jede Vorlage gehört zu einem Mandanten. Arbeite niemals versehentlich im falschen oder im Produktiv-Mandanten ohne Backup.
  3. Welche Pflichtangaben? Halte Steuernummer/USt-IdNr., vollständige Firmenanschrift, Bankverbindung und Rechnungsnummern-Logik bereit. Details dazu im Ratgeber Pflichtangaben und Design.
  4. Welche Assets? Logo in hoher Auflösung (am besten als PNG mit Transparenz oder Vektor), deine Markenfarben als HEX-Werte, ggf. eine Unterschrift.

Schritt 1: Immer zuerst eine Kopie anlegen

Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Bearbeite niemals die Standardvorlage direkt. Lege in JTL-Wawi über die Druckvorlagen-Verwaltung eine Kopie der gewünschten Vorlage an und gib ihr einen sprechenden Namen (z. B. „Rechnung_Marke_2026"). Nur so überlebt deine Arbeit das nächste Wawi-Update — Standardvorlagen können bei Updates überschrieben werden.

Schritt 2: Den List-&-Label-Designer öffnen und verstehen

Belege werden über die Reporting-Engine List & Label gestaltet. Öffnest du die kopierte Vorlage, landest du im L&L-Designer. Mach dich zuerst mit drei Bereichen vertraut:

  • Objektliste: alle Elemente des Belegs (Textfelder, Tabellen, Bilder, Linien).
  • Eigenschaften: die Detail-Einstellungen des markierten Objekts.
  • Ebenen (Layer): mindestens „Briefkopf" und „Inhalt" — entscheidend für den nächsten Schritt.

Tipp: Stelle die Vorschau auf einen realistischen Datensatz mit vielen Positionen um. Nur so siehst du, ob die Positionstabelle sauber umbricht.

Schritt 3: Logo und Briefkopf-Ebene gestalten

Logo, Adressband und Fußzeile gehören auf die Briefkopf-Ebene, nicht in den Inhaltsbereich. So bleiben sie über alle Seiten konsistent und lassen sich für vorbedrucktes Papier bei Bedarf ausblenden.

  • Platziere das Logo in einem Bildobjekt auf der Briefkopf-Ebene und achte auf die Auflösung (mindestens 300 dpi für den Druck).
  • Lege das Absenderzeilchen über dem Empfängerfenster an (kleine Zeile mit deiner Firmenanschrift — wichtig für Fensterumschläge).
  • Baue die Fußzeile mit Bankverbindung, Geschäftsführung, Registergericht und USt-IdNr. — diese Pflicht- und Pseudo-Pflichtangaben gehören sauber gesetzt.

Vollflächige farbige Rand- oder Kopfleisten setzt du ebenfalls hier — das ist der häufigste Grund, warum selbstgebaute Belege „nur auf Seite 1" farbig sind.

Schritt 4: Positionstabelle und Tabellenfarben

Jetzt der heikelste Teil. Die Positionstabelle (Artikelzeilen) ist das Herzstück und zugleich die größte Fehlerquelle. Achte auf:

  • Kopfzeile farblich an die Marke anpassen — konsistent zur Briefkopf-Ebene.
  • Zebra-Streifen (abwechselnde Zeilenfarbe) optional, aber dezent halten — sonst wirkt der Beleg unruhig.
  • Spaltenbreiten so wählen, dass lange Artikelbezeichnungen sauber umbrechen.
  • Summenblock (Netto, USt, Brutto) optisch klar abgesetzt und korrekt gerundet.

Wichtig: Farbwerte in L&L sind teils an Bedingungsausdrücke gekoppelt. Ein einfacher Farbklick reicht oft nicht — du musst die Farbe an Kopf, Zeilen, Rahmen und Summenblock konsistent setzen, sonst sieht der Beleg fleckig aus.

Schritt 5: Bedingungen, Sprachen und Varianten

Gute Belege reagieren auf Daten. Über Darstellungsbedingungen blendest du Felder situativ ein oder aus — etwa einen Hinweis auf Differenzbesteuerung nur, wenn relevant. Wenn du international verkaufst, brauchst du zusätzlich eine englische Variante der Vorlage. Und B2B-Belege (mit USt-IdNr. des Kunden, Reverse-Charge-Hinweis) unterscheiden sich von B2C-Belegen. Plane diese Varianten bewusst — jede ist eine eigene Vorlage, die du pflegen musst.

Schritt 6: Testdruck mit echten Szenarien

Bevor die Vorlage produktiv geht, drucke (oder erzeuge als PDF) mindestens:

  • eine Rechnung mit einer Position,
  • eine mit vielen Positionen (mehrseitig),
  • eine mit langen Artikelnamen und Rabatten,
  • den B2B- und den B2C-Fall.

Prüfe Seitenumbrüche, ob die Fußzeile auf jeder Seite korrekt erscheint und ob die Summen stimmen. Genau hier zeigt sich, ob die Briefkopf-Ebene sauber gebaut ist.

Schritt 7: Sicher ausrollen und sichern

Ist die Vorlage fertig, weise sie der richtigen Belegart im richtigen Mandanten zu. Exportiere bzw. sichere die .lst-Dateien an einem sicheren Ort und dokumentiere die Version. So kannst du nach einem Update jederzeit wiederherstellen und hast einen klaren Stand.

Der Abkürzungsweg: fertige Branchenvorlage importieren

Die ehrliche Einordnung: Die Schritte 2 bis 5 sind genau die, die erfahrungsgemäß Tage kosten, wenn man sie zum ersten Mal macht. Wenn dein Ziel „professioneller, markengerechter Beleg" lautet — und nicht „L&L-Experte werden" —, ist der schnellere Weg, eine fertige Vorlage zu nutzen:

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Fazit

JTL-Belege selbst zu individualisieren ist machbar — mit Plan, Geduld und der eisernen Regel „immer mit Kopie arbeiten". Wer den Designer beherrschen will, sollte die Schritte 1 bis 7 sauber durchziehen. Wer schnell ein professionelles Ergebnis braucht, importiert eine fertige Vorlage und überspringt die Lernkurve. Warum diese Lernkurve überhaupt existiert, erklärt der Ratgeber Warum das Anpassen so schwierig ist.

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